Die Angst vor dem DNS konnte ich eine Woche vor dem Bonner Halbmarathon 2026 durch zwei kurze, lockere Läufe (Mittwochs: 30 Minuten und Freitags 40 Minuten) ausräumen. Die folgenden Nächte verliefen normal und an den Tagen nach den Läufen waren keine Anzeichen für Infekt-Folgen mehr zu spüren.
Entsprechend stieg langsam meine Vorfreude auf das Rennen. Die Startzeit war mit 8.15 Uhr für den ersten Startblock ungewohnt früh. Zudem war es entsprechend kalt. Meine Schwiegereltern haben dankenswerterweise die Kinderbetreuung übernommen und so konnten Sarah und ich recht entspannt Richtung Bonn aufbrechen. Die über die Jahre gesammelte Erfahrung hilft inzwischen gut durch die Abläufe bis zum Startblock zu kommen (Umziehen, Kleiderbeutel, Toilettenpapier mitnehmen, Warmlaufen, Startblock).
Mein Rennen war anschließend grundsolide und hat für den größtenteils Freude gemacht. Das Training hat sich ausgezahlt und so konnte ich meine anvisierte Zeit von 1:35:00 unterbieten und habe mit einer 1:32:27 gefinisht. Die Verpflegung per Gel und das Mitnehmen der Verpflegungsstationen (Wasser) hat gut geklappt, sodass auch die letzten 3 bis 4 Kilometer gut zu laufen waren. Dennoch waren die Kilometer 17 bis 20 nicht unbedingt angenehm. Erst das Einlaufen auf den letzten Kilometer sowie die letzten 500 Meter waren mit insgesamt mit drei „Stimmungsnestern“ dann wirklich zum Genießen. Rundheraus ein gutes, solides Rennen.
Der Blick geht jetzt schon weiter nach vorne, zum zweiten Saisonhöhepunkt, dem Halbmarathon in Leverkusen. Hier gibt es jetzt eine gute Grundlage, um nochmal zwei Ziele in Angriff zu nehmen: 1) Top 3 in der Sprint-Bergwertung und 2) Sub 1:30:00
Je nach Trainingsverlauf, vor allem Gesundheitszustand, muss das natürlich nochmal nachgeschärft werden. Erstes Ziel: Gesund an den Start kommen. Insgesamt hat mir auch der Bonner Halbmarathon, trotz aller Nüchternheit, wieder gezeigt, warum ich den Sport inklusive der Wettkämpfe so verinnerliche: Es ist schnörkellos und ehrlich. Es gibt keine Ausreden und verbindet gleichzeitig viele Menschen in einer simplen Sache. Es schafft für mich einfach einen wesentlichen Teil meiner Identität. Ich bin ein Läufer.
Schreibe einen Kommentar